Notre Dame von Sednaya
Die reizvolle Landschaft am Osthang des Antilibanon in Syrien besticht durch die Kontraste, die ihre tiefen Schluchten, lieblichen Flussoasen und weitläufigen Aprikosenhaine schaffen. Eine Exkursion lohnt sich für den Besucher aber auch im kunsthistorischen Interesse. 30 km von der Hauptstadt Damaskus entfernt erreicht man in nördlicher Richtung ein idyllisch gelegenes Bergdorf, den griechisch-orthodoxen Wallfahrtsort Sednaya, dessen hoher Bekanntheitsgrad auf einer Sehenswürdigkeit beruht, die nicht nur Touristen, sondern auch orthodoxe Gläubige aus aller Welt anzieht: Die mächtige Klosteranlage von "Sa de Naya" (syrakisisch für "Unsere Dame") oder "Notre Dame de Sednaya", die das Dorf überragt.
Geschichte von de Sednaya
Der beeindruckende sakrale Komplex, der der Jungfrau Maria geweiht ist, untersteht dem Patriarchen von Antiochia und gilt als das älteste durchgängig bewohnte und noch heute von etwa 30 Nonnen betriebene Kloster weltweit. Seine Gründung im Jahre 547 verdankt der Sakralbau - wie alle Wallfahrtsorte - einer Legende: Kaiser Justinian soll mit seinen Truppen auf dem Weg nach Persien hier Station gemacht haben. Auf der Jagd verfolgte er eine Gazelle, die sich an einer Felsenquelle in eine Marien-Ikone verwandelte und dem Herrscher eingab, genau an dieser Stelle ein Kloster zu bauen. Was der Kaiser auch befolgte und den Ruhm von Sednaya als Eckpfeiler des orthodoxen Glaubens begründete, der schon zu den Zeiten der Kreuzritter als "Notre Dame von Sardenayse" viel bestauntes Ziel von Marienwallfahrten war.
Marien-Ikone "Ash-Sahgura"
Herzstück der Kunstsammlungen des Kloster ist daher die verehrte Marien-Ikone "Ash-Sahgura" (die Berühmte), um die sich erneut Legenden ranken und die in einer winzigen Kapelle neben der Hauptkirche angebetet werden kann. Vor allem am Jahrestag der Heiligen Jungfrau - am 8. September - empfängt die sakrale Anlage Tausende von Pilgern. Man sagt, das Marienbild stamme (als eine von vier Ikonen insgesamt) aus der Hand des Evangelisten Lukas und sei von einem Mönch aus Jerusalem nach Sednaya gebracht worden.
Seine heutige Bedeutung bezieht die teilweise modernisierte und mit einer silbernen Kuppel überkronten Klosteranlage nicht nur aus der wundertätigen Wirkung der Marienikone, sondern auch als bedeutende Sammlung alter Handschriften, Ikonen sowie zeitgenössischer Kunstwerke. Der Besucher, der sich der Magie und dem Zauber des Ortes nicht so schnell entziehen kann, quartiert sich zum Beispiel im Hotel Sheraton Ma'aret Sednaya ein, wo er weltlichen Komfort und Behaglichkeit und einen schönen Spa vorfindet und seine Zeitreise ins alte Byzanz mit einem guten Mahl beschließen kann.