Aleppo - Kulturhauptstadt des Islams
Die Stadt Aleppo liegt im Nordwesten Syriens, in einer recht trockenen Region. Aleppo wird als Kulturhauptstadt des Islam bezeichnet. Sie wurde von der UNESCO im Jahre 1988 zum Weltkulturerbe der Menschheit ernannt und gehört für Kultur- und Studienreisende im Nahen Osten zu den wichtigsten Zielen. Aleppo hat eine lange und bewegte Geschichte, von der bis heute die Bauten und das gesamte Stadtbild zeugen.
Wer Aleppo besucht, darf einige Sehenswürdigkeiten auf keinen Fall verpassen. Dazu gehört die Zitadelle der Stadt, das mittelalterliche Stadtschloss Saif al-Daula. Es befindet sich auf einem zum Teil künstlich geschaffenen Hügel etwa 50 Meter über der Altstadt. Es ist bekannt, dass an dieser Stelle bereits zur Zeit der Seleukiden ein Festungsbau entstand, jedoch stammt die heutige Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert. Sie wurde leider während des Erdbebens 1822 beschädigt. Die Zitadelle war Sitz der Mamelucken-Herrscher. Eine alte Legende erzählt aber auch, dass Abraham, der Stammvater der Juden und Araber, auf dem Burgberg seine Schafherden weiden ließ. Den wundervollen Ausblick könnte er dann auch genossen haben.
Zitadelle in Aleppo | © remonaldo - Fotolia.com
Madrasa Halawiya und Zacharias
Die Moschee Madrasa Halawiya hat eine bewegte Geschichte. Es ist kaum zu glauben, welch große Rolle dieses Bauwerk über die Jahrhunderte in verschiedenen Religionen spielte. Zunächst war sie ein jüdischer Tempel und wurde dann zur christlichen Kathedrale umgebaut und der Mutter Kaiser Konstantins, Helena, geweiht. Hier sollen sich auch die Gebeine von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer, befinden. In der Kreuzfahrerzeit wurde die Kathedrale jedoch zur Moschee, außerdem wurde dort auch eine Medresse, eine religiöse Schule, gegründet.
Unbedingt sehenswert ist auch das Nationalmuseum der heute 1,7 Millionen Einwohner zählenden Stadt. Hier kann der Besucher zahlreiche archäologische Funde aus allen Epochen der Stadtgeschichte betrachten und sich in diese Epochen zurückversetzen. Danach ist ein Bummel über die Souks von Aleppo ein Erlebnis. Seit Jahrhunderten ist die Stadt Handelszentrum mit Anschluss an das Mittelmeer und den Euphrat, von denen früher die Waren kamen. In der Altstadt hat sich das Flair dieser Zeiten bewahrt, hier wird immer noch gehandelt und gefeilscht - und es werden zahlreiche kostbare und wunderschöne traditionelle Waren angeboten.
Aleppo ist mit dem Flugzeug von Deutschland in etwa 4 Stunden erreichbar. Es gibt zahlreiche gute Hotels in der Stadt. Bei einem Besuch auf den Souks ist Feilschen ausdrücklich erlaubt.
Auch die Aleppo-Seife, für welche die Stadt berühmt wurde, ist hier zu finden. Sie wird seit dem 7. Jahrhundert in Aleppo hergestellt und wurde zum wichtigen Wirtschaftsfaktor. Die Aleppo-Seife besteht aus Olivenöl und Lorbeeröl. Sie ist eine Naturseife, die handgeschöpft wird. Die Basis ist Olivenöl, welchem ein variabler Anteil an Lorbeeröl, von 5 bis zu 40 Prozent, zugefügt wird. Je höher der Anteil an Lorbeeröl ist, desto teurer wird die Seife, da die Herstellung dadurch komplizierter ist.
Zitadelle in Aleppo | © michaelteupel - Fotolia.com
Geschichte Aleppos
Aleppos Geschichte reicht bis ins 3. Jahrhundert vor Christus zurück. Der Grieche Seleukos Nikator gründete die Stadt und ließ sie schachbrettartig anlegen. Im Jahre 636 zogen arabische Eroberer in die Stadt ein, die sie fortan beherrschten. Die christlichen Kreuzfahrer belagerten Aleppo, doch es gelang ihnen nie, die Stadt zurück zu erobern. Mongoleneinfälle führten zum Niedergang der arabischen Herrschaft, im 16. Jahrhundert waren es allerdings die Osmanen, die Aleppo endgültig eroberten. Die Stadt wurde allerdings immer wieder von Krankheiten, die einen Teil der Bevölkerung auslöschten, sowie von dem schweren Erdbeben 1822 heimgesucht. Auch im Ersten Weltkrieg war Aleppo ein tragischer Ort: Hier wurden zahllose Armenier durch die Jungtürken ermordet. Durch die Herrschaft der Franzosen blühte Aleppo kurz wieder auf, aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sich die Stadt neu entwickeln. Heute ist Aleppo stolz auf seine Wurzeln und sieht sich als Zentrum einer einzigartigen Kulturgeschichte, die sie den Besuchern der Stadt näher bringen möchte.
Aleppo ist mit dem Flugzeug von Deutschland in etwa 4 Stunden erreichbar. Es gibt zahlreiche gute Hotels in der Stadt, die keine Wünsch übrig lassen. Bei einem Besuch auf den Souks der Stadt ist Feilschen ausdrücklich erlaubt. In den Restaurants der Stadt gibt es sowohl einheimische als auch europäische Kost. Der Gast sollte darauf achten, die Sitten des Islam zu respektieren und nicht zu leicht bekleidet erscheinen.