Beirut - Hauptstadt des Libanons

Beirut liegt an der Levanteküste des östlichen Mittelmeers ziemlich genau auf halber Strecke der Nord-Süd-Ausdehnung des Libanons. Der Blick vom Meer aus auf die in Sonnenlicht getauchte Stadt, hinter der die Berge steil ansteigen, ist spektakulär. Zwar ist Beirut Europäern vor allem als Kriegsschauplatz bekannt, es zeigt sich seinen Besuchern jedoch auch von einer ganz anderen Seite.



Als Paris des Nahen Ostens bezeichnet, ist es nicht nur die pulsierende Hauptstadt des Landes, sondern auch das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum mit zahlreichen Universitäten, Verlagen, Kultur und Subkultur. Dabei kommt Beirut sicher die konfessionelle Vielfalt der knapp 2 Millionen Einwohner zu Gute, die allerdings in der Vergangenheit auch immer wieder zu starken Spannungen führte. Denn in keiner Stadt des Nahen Ostens sind Angehörige so vieler verschiedener Glaubensrichtungen zu Hause, Religionsgemeinschaften von den unterschiedlichen christlichen Strömungen über sunnitische und schiitische Muslime bis zu den Drusen sind hier vertreten. Die Stadtteile sind darum auch von der dort jeweils lebenden Bevölkerungsgruppe geprägt. Die Anreise in diese spannende Stadt kann mit dem Auto oder dem Flugzeug geschehen, eine Bahnverbindung besteht nicht, als einziges öffentliches Verkehrsmittel fungieren Taxis. Der moderne internationale Flughafen von Beirut befindet sich im Süden der Stadt.

Beirut
Luftaufnahme von Beirut | © diak - Fotolia.com

Beirut und seine Geschichte

Beirut - damals Be'erot = Brunnen - wurde erstmals im 2. Jahrhundert vor Christus erwähnt und war bereits zur Zeit der Phönizier ein Stadtstaat von großer Bedeutung. Die schöne antike Stadt, die in der Zeit der Kolonialisierung durch Rom seit 64 vor Christus aufgebaut worden war, wurde im 6. Jahrhundert durch eine Naturkatastrophe zerstört. Nach der Eroberung durch die Araber im Jahr 635 begannen Stadt und Handel wieder zu florieren und auch unter der Regierung von Kreuzfahrer-Fürsten im Hohen Mittelalter blieb Beirut im Handel mit Europa äußerst einflussreich.

Nach der Episode der christlichen Herrschaft fiel Beirut 1291 an die Mamluken und blieb seitdem von den Drusen beherrscht. Seit 1516 gehörte Beirut zum Osmanischen Reich und erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt Libanon die Unabhängigkeit und Beirut wurde zur Hauptstadt des Staates. Dank der liberalen Handelspolitik, die internationale Investoren anlockte, konnte die Stadt sich nun zu einem Finanzzentrum emporschwingen und zu dieser Zeit entstand auch der Ruf der glanzvollen Kulturmetropole. Von 1975 bis 1990 war die Stadt durch den Bürgerkrieg geprägt und wurde stark zerstört. Zu großen Teilen musste sie in den vergangen Jahren wieder aufgebaut werden.

Zu den wichtigsten Stationen eines Beirut-Besuchs zählen neben dem Nationalmuseum, die Zeugnisse der unterschiedlichen Religionen der Stadtbewohner.

Sehenswürdigkeiten Beiruts

Trotz der unruhigen Zeiten, die Beirut auch in der jüngsten Geschichte erleben musste, ist es eine quirlige Metropole mit besonderem Flair und abwechslungsreichem Nachtleben zwischen Tradition und Moderne. Auch sind viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten erhalten geblieben. Zu den wichtigsten Stationen eines Beirut-Besuchs zählen neben dem Nationalmuseum, das mit seinen Exponaten die gesamte Geschichte der Region von den Phöniziern bis in die Bürgerkriegszeit aufarbeitet und dokumentiert, die Zeugnisse der unterschiedlichen Religionen der Stadtbewohner. Darunter sind besonders die Maronitische Kathedrale St. Georg im neoklassizistischen Stil hervorzuheben - sie liegt mitten in Downtown und war im Krieg fast völlig zerstört worden - und die Amir Munzir Moschee, die eine der ältesten im Libanon ist und in deren Innenhof römische Säulen zu bewundern sind. Eine weitere Hauptattraktion, die Ruinen der Römischen Bäder, Relikte der Antike, wurden erst 1997 ganz freigelegt. Sie befinden sich direkt hinter der Bankenstraße und bilden somit einen Jahrtausend-Kontrast der Architektur. Der Besuch ist kostenlos und die Ruinen sind frei zugänglich.

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Die grüne Linie ist die virtuelle Grenze, die die Stadt in Kriegszeiten in einen muslimischen Westen und christlichen Osten teilte. Grün war sie zu Zeiten der Teilung, da sich auf dem Niemandsland die Vegetation breit machte, heute erobert sich die Stadt den Bereich zurück und neben alten verfallenen Gebäude werden neue moderne hochgezogen. Der 6000 qm große Garten im Zentrum Beiruts ist nach dem amerikanisch-libanesischen Schriftsteller Khalil Gibran benannt und ihm gewidmet, zu seinen Ehren wurde auch eine Büste von ihm dort aufgestellt. Der Park ist häufig Schauplatz friedlicher Demonstrationen. Ohne einen Spaziergang auf der Corniche, der Küstenpromenade Beiruts, sollte kein Besucher Beirut verlassen und natürlich bieten sich auch verschiedenste Shopping-Möglichkeiten. Zum Kauf von Gold soll sich das Armenische Viertel besonders lohnen.