Bosra in Syrien
Die antike Stadt Bosra im Süden des Landes gehört zu den Zentren archäologischer Forschung in Syrien und wurde 1980 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die ersten Siedlungen auf schwarzem Basalt wurden im 4. Jahrhundert vor Christus in den Dokumenten von Tutmose III und Akhenaton erwähnt. Unter Römischer Herrschaft entwickelte sich Bosra zu einem Knotenpunkt verschiedener Handelsrouten, zu denen auch die römische Straße zum Roten Meer gehörte. Seit 634, als das Rashidun Kalifat unter Khalid ibn Walid die Stadt aus byzantinischen Händen nahm, ist Bosra in islamischem Besitz.
Römisches Theater in Bosra | © iStockphoto.com/silvankaufmann
Römisches Theater
Aufgrund seiner vielfältigen Geschichte unter römischem, sassanidischem, byzantinischem und islamischem Einfluss finden sich hier Ruinen der verschiedenen Herrscher. Der Hauptanziehungspunkt ist das gut erhaltene römische Theater aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., in dem jedes Jahr im September ein zehntägiges nationales Musikfestival mit Künstlern aus zwanzig verschiedenen Ländern abgehalten wird. Das Theater bietet bis zu 15.000 Personen Platz und wurde so gebaut, dass die Musik auf der Bühne in allen Ecken des Theaters ohne technische Hilfsmittel zu hören ist. Sein Ursprung geht vermutlich auf den römischen Kaiser Trajan zurück, aber zur Zitadelle wurde das Theater erst im 10. Jahrhundert.
In Bosra lebten einst mehr als 80.000 Menschen; heute ist davon nur noch ein kleines Dorf in den Bergen übriggeblieben. Andere Sehenswürdigkeiten aus der glorreichen Vergangenheit bilden christliche Kirchen, wie beispielsweise die Kathedrale des Heiligen Sergius, Leonitus und Bacchus. Es gibt römische und nabatäische Monumente, Therme, Brücken, und eine wunderschöne Säulenstraße, die während der Antike die Hauptverkehrsader der Stadt war. Außerdem gibt es zahlreiche islamische Moscheen und Madrasas. Die Al-Omari Moschee gehört zu den ältesten Moscheen der Weltgeschichte und die Mabrak an Naba Moschee wurde nach dem Kamel benannt, welches 1136 das erste Koranexemplar nach Syrien brachte.
Römische Säulenstraße in Bosra | © iStockphoto.com/JavierGil1000
Schmalspurbahn und Anreise
In Bosra verkehrt eine kleine Schmalspurbahn, der man ihre historische Bedeutung ansieht. Als das Ottomanische Reich Syrien 1516 eroberte, wurde diese Schmalspurbahn in Bosra eingerichtet und bildete eine bedeutende Verkehrsverbindung zu Amman und ins Hejaz. Auch heute verkehrt die Bahn noch an zwei Tagen in der Woche.
Bosra liegt ca. 140 km südlich von Damaskus und Busse von der Baramkeh Station fahren alle zwei Stunden. Für eine Fahrt von Damaskus nach Bosra benötigt man ungefähr 1,5 Stunden und ein Schnelldurchlauf in Bosra dauert knapp drei Stunden. All jene, die sich dieses Juwel einer Stadt genauer ansehen möchten, sollten wenigstens sechs Stunden einplanen. Bis vor wenigen Jahren war es möglich im Theater unter dem Sternenhimmel zu übernachten; wer heute über Nacht in Bosra bleiben möchte, sollte ein Hotel buchen oder schnell Kontakte knüpfen, da Syrer im Allgemeinen sehr gastfreundlich sind.