Tripoli - auf den Spuren der Kreuzfahrer
Im 7. Jahrhundert vor Christus wurde die libanesische Stadt Tripoli, auch Tripolis genannt, von den Phöniziern gegründet und viele beeindruckende Überreste der glorreichen Vergangenheit dieser Stadt sind auch heute noch erhalten. Tripoli gehört zur Region Nord-Libanons und liegt an der Mittelmeerküste. Ihren Namen erhielt sie durch die griechische Bezeichnung tri polis, also drei Städte. Insgesamt 45 imposante Bauwerke wurden als historische Monumente gekennzeichnet und jedes einzelne von ihnen ist absolut sehenswert.
Besonders beeindruckend sind die öffentlichen Bäder der Stadt. Ein lebendiges Zeugnis der mameluckischen Architektur bildet der Hammam El-Abed. Dieses historische Badehaus ist auch heute noch im Gebrauch. Die durchbrochenen Glaskuppeln lassen das Tageslicht leicht gefiltert in den Baderaum, der mit Kissen und Ruheliegen ausgestattet ist und den Glanz vergangener Tage widerspiegelt.
Zitadelle in Tripoli | © iStockphoto.com/valeri_shanin
Ein weiteres Sinnbild der mameluckischen Ära ist der Löwenturm aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Seinen Namen erhielt er allerdings erst im 19. Jahrhundert, als Löwenbilder auf die Fassade aufgebracht wurden. Der für die mameluckische Architektur so typische Wechsel zwischen weißen und schwarzen Steinen ist besonders am Westportal noch sehr gut erhalten. Die gesamte Altstadt von Tripoli ist gekennzeichnet durch diese Bauweise, die man ansonsten nur noch in Kairo in dieser Vollendung findet. Die berühmte Zitadelle St. Gilles überragt die Altstadt und von hier aus genießt man einen wunderbaren Ausblick auf das bunte Leben in dieser zweitgrößten Stadt des Libanons. Diese Festung wurde von Raymond St. Gilles, dem Grafen von Toulouse um das Jahr 1100 erbaut, als er als Kreuzfahrer an der Eroberung von Tripoli teilnahm. Der Aufstieg zur Burg durch die engen Gassen der Altstadt hat einen ganz besonderen Reiz. Ebenfalls auf dem Mount Pilgrim, wie die Anhöhe bezeichnet wird, auf der sich die alte Kreuzfahrerburg befindet, steht die Kirche der Kreuzfahrer, die von den Zerstörungen, denen die Burg unterlag, weitgehend verschont geblieben ist.
Etwa 200 m südlich der Zitadelle auf dem Hügel Abu Samra steht die Kirche von St. John, flankiert von zwei wunderschönen Kapellen. Die Kirche und die beiden Kapellen liegen inmitten des großen Kreuzfahrerfriedhofes, der an die Zeit der Kreuzzüge in das Heilige Land erinnert. Wer Tripoli besucht, sollte unbedingt einen Bummel über die Souks machen. Diese bunten orientalischen Märkte in der Stadt versetzen den Besucher in eine Atmosphäre, die an die Märchen von Sheherezade erinnert. Im 13. Jahrhundert wurde auf den Ruinen der römischen Kathedrale St. Mary of the Tower die große Moschee errichtet. In ihrem Inneren sind noch Elemente der alten Kirche erhalten geblieben und bieten so einen beeindruckenden Kontrast der so unterschiedlichen Religionen.
In den Bergen, etwa 15 km von Tripoli entfernt, befindet sich das von den Zisterziensermönchen im 12. Jahrhundert unter dem Namen Belmont gegründete Kloster Balamand. Auf einem Plateau in knapp 300 Metern Höhe gelegen bietet es eine fantastische Aussicht auf die Mittelmeerküste und die Stadt Tripoli. Im 13. Jahrhundert verließen die Zisterzienser � nicht ganz freiwillig � ihre Abtei. Seinen heutigen arabischen Namen erhielt die Klosteranlage nach ihrer Zuordnung zur griechisch-orthodoxen Kirche im 17. Jahrhundert. Bei dem Klosterneubau wurden viele Elemente der zisterziensischen Abtei wieder verwendet und das Kloster bekam den heute noch gültigen Namen Dayr Al-Balamand. Heute ist hier unter anderem ein Museum angesiedelt mit beeindruckenden Artefakten, die bis zur Gründungszeit durch den Zisterzienserorden zurückreichen.
Tripoli eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in das Hinterland. Die beeindruckende, mit Zedern bewachsene Bergkette des Libanongebirges bietet ohnehin eine grandiose Kulisse und auch die weltbekannten Ausgrabungsstätten von Baalbek sind nicht allzu weit entfernt.