Palmyra - reiche Oase in der Wüste
Palmyra - einst eine der wichtigsten Karawanenstädte zwischen Euphrat und Damaskus. Sie liegt ca. 215 km nord-östliche von Damaskus und 120 km süd-westlich des Euphrat. Ursprünglich eine Palmenoase, besaß sie die einzige Wasserstelle auf viele Kilometer. Einst ein wichtiges Zentrum für Reisende und Händler, die durch die syrische Wüste zogen, hatte sie den Beinamen 'Braut der Wüste'. Der griechische Name Palmyra ist die Übersetzung des aramäischen Wortes Tadmor was 'Palme' bedeutet. Die heute in der Nähe der ehemaligen pulsierenden Stadt entstandene Kleinstadt Tadmur hat den Namen der einstigen Metropole übernommen und lebt fast nur ausschließlich vom Tourismus. Pamlyra wurde 1980 auf der Liste des Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Die Geschichte Palmyras
Die Stadt wird das erste Mal in den Archiven von Mari, einem wichtigen Stadtstaat Mesopotamien, im 2. Jahrtausend v. Ch. erwähnt. Zu der Zeit war es nicht mehr als eine kleine Stadt in dem weiten Handelsnetz zwischen Mesopotamien und Syrien. Auch in der Bibel wird sie als eine von Salomon befestigte Stadt in der Wüste genannt. Als die Seleuken die Kontrolle Syriens um 323 v. Ch. übernahmen, wurde die Stadt ihrem Schicksal überlassen und dadurch unabhängig. Palmyra blühte im I Jahrhundert v. Ch. als Handelskarawanserei auf. Marc Antonio versuchte sie im Jahre 41 v. Ch. zu besetzen, wurde jedoch erfolgreich abgewehrt. Kaiser Tiberius zog sie in das Römische Reich mit ein und sie wurde wichtiger Umschlags- und Durchgangsort für dem Handel zwischen China, Indien, Persien und Rom. Handel mit Seide, Gewürzen, Edelsteinen, Elfenbein und anderen Gütern machten sie schnell reich. 129 besuchte Kaiser Adrian Palmyra und erklärte sie als freie Stadt.
Palmyra | © remonaldo - Fotolia.com
Nur 100 Jahre später wurde die florierende Stadt jedoch negativ beeinflusst durch die Sassaniden. Zu der Zeit übernahm die Witwe des Governeurs Odenato, Zenobia, die Macht und widersetze sich dem Römischen Reich und griff Ägypten an. Sie errichtete ein Reich, dass vom Schwarzen Meer bis nach Ägypten reichte. Kaiser Aurelian besiegte sie 272, nahm sie gefangen und mit nach Rom, wo sie frei leben durfte. Seit dem wurde Palmyra zu einer Militärbasis der Römer. Dioclezian befestigte die Stadt, um sie vor dem Vordringen der Sassaniden zu schützen. Zur Zeit der Byzantiner wurden noch einige Kirchen errichtet, jedoch war die Stadt bereits dem Verfall geweiht.
Bel-Tempel und Grabtürme
Die verschiedenen Einflüsse durch die Kulturen, die durch sie zogen und in ihr lebten, kann man heute noch in den Ruinen von Palmyra erkennen. Die Stadt ist so groß und reich an Sehenswürdigkeiten, dass man einen kompletten Tag hier verbringen kann. Man beginnt seinen Rundgang am besten am Bel-Tempel, einer Tempelanlage mit einer elf Meter hohen Mauer eingesäumt und grandiosen Innentempel. Er diente einst den alten Göttern, später den Christen und nachfolgend den Moslems als Gebetshaus. Die prächtige Säulenstraße entlang kommt man bis zum Hadrianstor, das sich beeindruckend gegen den tiefblauen Himmel streckt.
Die Hypogäen sind reich verzierte unterirdische Grabanlagen
Im Theater fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt, denn es erscheint fast komplett mit einem Bühnenhintergrund. Sehenswert sind auch die einzigartigen Grabtürme, in denen bis zu 400 Tote bestattet wurden. Meist gehörten sie einer Familie, einem Stamm an und waren im Gegensatz zum schlichten Äußeren im Innenbereich reichlich verziert. Die Hypogäen sind unterirdische Grabanlagen und sind ebenfalls reich verziert mit Malereien und Bauornamentik. Das der 'Drei Brüder' ist das beeindruckendste. Im Museum von Tadmur kann man viele zusätzliche Fundstücke von den Ausgrabungen besichtigen, unter anderem Textilreste, die sich in den Gräbern bis heute erhalten haben.
Übernachtungsmöglichkeiten in Tadmur
In der Kleinstadt Tadmur gibt es verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten von einfach bis luxuriös, die einem die Möglichkeit geben, zum Sonnenaufgang auf die Burg Qal'at Ibn Maan aus dem 13. Jahrhundert zu steigen und die gesamte, in goldenes Licht getauchte Stadt von einst zu überblicken. Man kann Palmyra am besten zusammen mit einer Reisegruppe oder aber selber mit zum Beispiel einem Bus von Damaskus anfahren.