Rusafa

Rusafa (oder auch Resafa) liegt 35 Kilometer südlich des Euphrats und der Stadt Ar Raqqa im Norden Syriens. Die Stadt wurde im Jahre 70 n.Chr. am Schnittpunkt zweier Karawanenstraßen gegründet. Etwa einhundert Jahre später findet der Ort das erste Mal seine schriftliche Erwähnung, später avancierte er unter dem Namen Sergiopolis zu einem wichtigen christlichen Pilgerzentrum, da hier der Legende nach die beiden frühchristlichen, später heilig gesprochenen Märtyrer Sergios und Bakchos, zwei römische Offiziere, im Jahre 300 n.Chr. für ihren Glauben starben. Über ihrem Grab wurde eine große Kirche errichtet, die das Ziel von Wallfahrten wurde.



Durch den steigenden Pilgerverkehr florierte die Stadt und sammelte Reichtum an, der ein lockendes Ziel für räuberische Stämme darstellte. Zur Verteidigung der Stadt mit ihren vielen Sakralbauten errichtete man gewaltige Stadtmauern von über 500 Metern Länge mit vier gigantischen Toren und 50 verschieden gestalteten Türmen, deren Wehrgänge auch heute noch teilweise begehbar sind. Die Relikte der vielen zahllosen Gotteshäuser sind auch heute noch beeindruckend. Im 8. Jahrhundert nach Christus wählte sich der umayyadische Kalif Hischam ibn Abd al-Malik Rusafa als Hauptstadt und ließ mehrere Paläste für sich erbauen. Er gab der Stadt ihren neuen Namen Rusafat Hisham und fügte an die Pilgerkirche die so genannte Große Moschee an, sodass hier Muslime und Christen gleichermaßen beten konnten. Im 13. Jahrhundert wurde die Stadt von Mongolen zerstört und in Folge dessen verlassen.